Inrate AG

WWF Pensionskassen-Rating 2018/2019

Inrate hat in Zusammenarbeit mit dem WWF Schweiz die jüngste Ratingstudie «Schweizer Pensionskassen und verantwortungsvolles Inverstieren – WWF Pensionskassen-Rating 2018/2019» erstellt. Am 4. Februar 2019 wurde sie im Rahmen des Wirtschaftsmagazins «ECO» vom Schweizer Radio und Fernsehen portraitiert.

Die Studie bewertete die 20 grössten Schweizer Pensionskassen. Es wurde analysiert, inwiefern diese die Gelder ihrer Versicherten nachhaltig anlegen und darüber transparent informieren. Das Rating zeigt, dass sich die meisten der untersuchten Vorsorgeeinrichtungen bei ihren Kapitalanlagen mit Nachhaltigkeitsaspekten auseinandersetzen. Allerdings haben weiterhin nur wenige Pensionskassen die Nachhaltigkeit konsequent in ihre Investitionsprozesse und -entscheide integriert. Damit ist die Mehrheit der 20 grössten Schweizer Pensionskassen noch relativ weit davon entfernt, aktiv ihren Anteil am Umbau zu einer nachhaltigen Gesellschaft beizutragen.

Die Hälfte der Pensionskassen mit Verbesserungen
Insgesamt zeigen sich im Vergleich zum ersten Rating vor drei Jahren vielerorts Fortschritte. Knapp die Hälfte der untersuchten Pensionskassen hat sich verbessert. Erstmals erreichten drei Vorsorgeeinrichtungen – die Bernische Pensionskasse, die Caisse de prévoyance de l’État de Genève und die Pensionskasse Stadt Zürich – die Kategorie «Vorreiter». Sie verfolgen relativ ganzheitliche Ansätze und schreiten bei wichtigen Nachhaltigkeitsthemen der 2. Säule mutig voran. In der Bewertungsklasse «Verfolger» – und damit ebenfalls überdurchschnittlich eingestuft – finden sich vier Pensionskassen.
Aufholbedarf gibt es bei den nachfolgenden Bewertungsklassen. Das «Obere Mittelfeld» umfasst sieben und damit einen Drittel der untersuchten Pensionskassen. Im «Unteren Mittelfeld» wurden zwei Pensionskassen eingestuft, «Nachzügler» gab es keine. Vier Vorsorgeeinrichtungen sind nach wie vor intransparent. Sie verzichteten auf eine aktive Teilnahme und wurden basierend auf den öffentlich verfügbaren Informationen bewertet.
Eine Pensionskasse wurde in der Gesamtbewertung um eine Bewertungsklasse niedriger eingeordnet.

Nur wenige Pensionskassen berücksichtigen den Klimawandel
Klimabezogene Risiken und Chancen finden bei den Pensionskassen immer noch zu wenig Beachtung. Nur gerade vier der 20 grössten Pensionskassen legen eine detaillierte Strategie zum Umgang mit Klimarisiken für ihre Anlagetätigkeit offen, zwei weitere publizieren zumindest eine Kurzfassung. Trotzdem ist ein gewisser Fortschritt gegenüber 2015/2016 erkennbar: Damals verfügte erst eine Pensionskasse über eine eigene Klimastrategie.

Einfluss geltend machen
Schweizer Pensionskassen verwalten per Ende 2017 rund 910 Milliarden Schweizer Franken, das entspricht 133,1 Prozent des hiesigen Bruttoinlandprodukts. Pensionskassen gehören damit zu den grössten und einflussreichsten Anlegergruppen. Sie sind in einer starken Position, die Unternehmen, in die sie investieren, zu beeinflussen und zu lenken. Damit geht eine grosse Verantwortung einher: Sie müssen bei ihren Investitionsentscheiden Umweltaspekte, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung vollständig integrieren. Die Pensionskassen gehören zu den Schlüsselakteuren, wenn es darum geht, die Wirtschaft nachhaltiger auszurichten. Als Aktionäre und Kapitalgeber mit generationenübergreifendem Auftrag vertreten die Pensionskassen die ganzheitlichen und langfristigen Interessen ihrer Versicherten.