Inrate AG

Sprunglinks/Accesskeys

Exklusion und Nachhaltigkeit – Das Beispiel der Kinderarbeit

Die Implementierung der Nachhaltigkeit in den Anlagebereich erfolgt oft an Hand der sogenannten ESG-Strategien. Was soll als Investment ausgeschlossen («Exclusions») werden, wie ist der Dialog mit den Unternehmungen («Engagement») und welche Anforderungen sind an ein ESG-Rating («Positive Selection») zu stellen? Die sogenannten ESG-Strategien setzen bei der Anlagetätigkeit an und nicht bei der Zielsetzung: Unterschiedliche Strategien können mit demselben Zielsetzung eingesetzt werden – sie hängen bezüglich Nachhaltigkeit zusammen. So beispielsweise bei der Kinderarbeit.

Die Respektierung der grundsätzlichen Menschenrechte wird auch in der Finanzwelt angestrebt. Die entsprechenden internationalen Konventionen sind allgemein anerkannt und Grundlage zahlreicher Initiativen, so beispielsweise auch der UN Global Compact (UNGC). Der Wert findet Eingang in die Anlagepolitik zahlreicher Produkte und das Anlagereglement von Investoren. Die Umsetzung erfolgt auf Basis von ESG Daten. Eines der wichtigen Menschenrechte ist Ausbildung, was ein Verbot der Kinderarbeit mit sich bringt. In der Folge sind die so geführten Portfolios zu einem geringeren Ausmass mit Kinderarbeit involviert als Portfolios, bei denen die ESG-Strategie Exclusions nicht angewandt wird.
Unternehmungen, welche wiederkehrend mit Fällen von Kinderarbeit zu tun haben, dürften insbesondere auf konsumentennahen Märkten mit höheren Reputationsrisiken konfrontiert sein und zusätzliche Absatzschwankungen aufweisen. Gleichzeitig verhindert Kinderarbeit die Ausbildung und schmälert damit Wissen und Knowhow einer Gesellschaft. Der betroffenen Volkswirtschaft stehen nur wenig qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung. Das schwächt die Produktivität deutlich, der Wohlstand fällt langfristig vergleichsweise gering aus. Das ist die zweite Seite der Materialität. In den Nachhaltigen Entwicklungszielen der UN kommt das unter dem Punkt «quality education» und Vermeidung von Kinderarbeit vor (siehe Ziel 4 der SDG’s).

Die ESG-Strategie «Exclusion» setzt damit ebenso Nachhaltigkeit um, wie andere ESG-Strategien. Basiert ein ESG-Rating auf die Erfassung der doppelten Materialität, wie dasjenige der Inrate, führt die Orientierung an den ESG-Strategien eher zu Überschneidungen bei der Umsetzung der Nachhaltigkeit, als eine konsequente Orientierung an den Zielsetzungen und Grundlagen eines Anlegers.